Hessen
Lahn-Dill-Kreis
52269
75,67
06441
LDK
35576, 35578, 35579, 35580, 35581, 35582, 35583, 35584, 35585, 35586
Wetzlar, ehemalige Reichsstadt und Sitz des Reichskammergerichts, ist das industrielle, ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum in Mittelhessen. Sie ist Kreisstadt des Lahn-Dill-Kreises im Bundesland Hessen. Das Stadtgebiet liegt in Höhe der Mündung der Dill in die Lahn beiderseits dieser Flüsse. Gemeinsam mit der unmittelbar östlich angrenzenden Universitätsstadt Gießen und dem gemeinsamen Umland bildet Wetzlar einen kleinen Ballungsraum im Zentrum Mittelhessens. Auch zum nahen Rhein-Main-Gebiet bestehen enge Verflechtungen; Frankfurt am Main liegt ca. 60 km südlich von Wetzlar. Wetzlar ist die elftgrößte Stadt in Hessen. Die Stadt ist Oberzentrum, Hauptsitz der Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises und wichtiges Industrie- und Handelszentrum. Wie sechs weitere größere Mittelstädte in Hessen ist Wetzlar eine Stadt mit Sonderstatus, d. h. sie übernimmt Aufgaben des Landkreises und gleicht damit in vielen Dingen einer kreisfreien Stadt. Wetzlar liegt in meist hügeligem Terrain im Lahntal und erstreckt sich bis auf die Anhöhen beiderseits des Tals. Auf einem höhergelegenen Plateau im Zentrum steht der romanische Dom mit einem Hauptturm aus rotem Sandstein. Die historische Altstadt mit ihren behutsam restaurierten Fachwerkhäusern zieht sich mit Gassen und kleinen Plätzen terrassenförmig zur Lahn und zur alten Lahnbrücke hinab. Stellenweise ist noch eine gut erhaltene Stadtmauer zu sehen, deren Verlauf größtenteils von Parkanlagen gesäumt wird. Die historischen Stadtteile sind heute durch kleinteiligen Einzelhandel geprägt und weitgehend als Fußgängerzone ausgewiesen. Der neuere Teil Wetzlars, geprägt durch Anlagen des produzierenden Gewerbes, brachte auch im Wohnungsbau eine Reihe gutbürgerlicher Wohnhäuser und Villen hervor, vor allem während der Blütezeit Wetzlars als Leica-Stadt (Villen von Leitz, Kellner, Barnack) und als Buderus-Standort (Weiße Villa, u.a.), sowie eine Reihe für die damalige Zeit moderner Meisterhäuser und Arbeitersiedlungen. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind die historische Altstadt, der Dom, die 750 Jahre alte Lahnbrücke, die Reichsburgruine Kalsmunt, die Burgruine Hermannstein und eine Auswahl an bedeutenden Museen wie zum Beispiel das Lottehaus. Zu den interessantesten Kirchenbauten neben dem Dom zählen die Hospitalkirche, die Franziskanerkirche, die Michaeliskapelle und die Überreste der Theutbirg-Basilika. Als kulturelle Höhepunkte sind zu nennen: die Wetzlarer Festspiele, die Stadthallen mit Theater, die Mittelhessen-Arena mit Konzerten, Sportveranstaltungen und Shows, die Phantastische Bibliothek oder die Phantastiktage. Der Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar ist ein Literaturpreis, der seit 1983 jährlich vergeben wird. Wetzlar ist auch als Sportstadt mit vielen Sportstätten und -vereinen bekannt (darunter einige Bundesliga-Mannschaften). Wetzlar liegt im Lahn-Dill-Gebiet in Mittelhessen an der Lahn, kurz nach ihrer Richtungsänderung von Süd nach West in Höhe der Dillmündung. Die Stadt liegt im Trennungspunkt hessischer Mittelgebirge: südlich der Lahn liegt der Taunus; nördlich der Lahn und westlich der Dill beginnt der Westerwald; nördlich der Lahn, aber östlich der Dill beginnt das Rothaargebirge. Der höchste Punkt des Stadtgebiets ist der Stoppelberg mit einer Höhe von 401 m. Nachbarstädte Wetzlars sind Gießen (lahnaufwärts, von Zentrum zu Zentrum etwa 12 km), Koblenz 80 km lahnabwärts, Limburg an der Lahn 40 km westlich, Siegen 50 km nordwestlich, Dillenburg 30 km nördlich, Marburg 30 km nordöstlich sowie Frankfurt am Main 60 km südlich. Wetzlar und Gießen sind die beiden Kerne des kleinen (etwa 200.000 Einwohner) mittelhessischen Ballungsgebiets, in den Tälern von Lahn (Osten und Westen) und Dill (Norden) grenzen dichtbebaute Nachbargemeinden an, deren Bebauung teilweise unmittelbar in die Wetzlars übergeht. Die Wetzlar im Nordwesten, Nordosten und Süden umgebenden Mittelgebirge sind dagegen waldreich und sehr dünn besiedelt. Ansässige Unternehmen Wetzlar ist Standort einiger internationaler und weltbekannter Unternehmen. Der Buderus-Konzern wurde im Jahre 1731 gegründet und ist damit europaweit eines der ältesten noch existierenden (Groß-)Unternehmen. Als BBT-Thermotechnik inzwischen zu Bosch gehörig, war Buderus jahrzehntelang der mit Abstand größte Arbeitgeber im mittelhessischen Raum mit weit mehr als 10.000 Beschäftigten in Wetzlar (weltweit über 16.000) in den Bereichen Guss (mit Zement), Edelstahl und Heiztechnik sowie der Hauptverwaltung am Ort. Wirtschaftliche Veränderungen, wiederholte Übernahme der Aktienmehrheit sowie Schließungen und Verkauf von Betriebsteilen haben den Konzern inzwischen fast bis zur Unkenntlichkeit verändert. Er zählt aber immer noch zu den "Großen" in Hessen. Wetzlar ist neben Jena und Oberkochen ein deutsches Zentrum der Optik sowie der bedeutendste deutsche Standort für die feinmechanische Industrie. Wetzlarer Industrieprodukte brachten es zu Weltruf, allen voran die Mikroskope und die Kameras, Leica der Firma Ernst Leitz, die in ihren Spitzenzeiten in der Stadt über 7000 Beschäftigte hatte. Die Kleinbildfotografie wurde in Wetzlar erfunden. Außerdem sind Kameras der Firmen Leidolf und Minox, die Ferngläser und Fernrohre der Firma Hensoldt AG, Zeiss-Gruppe (mit in Spitzenzeiten über 2.000 Beschäftigten), die Mikroskope der Firma Seibert, der Wilhelm Loh Optikmaschinenbau, die Hollmann-Werke (Leitz), die Helmut Hund GmbH und eine Vielzahl weiterer mittelständischer optischer Unternehmen zu nennen. Andere bekannte Unternehmen sind die Philips* Automotive Playback Modules AG (* mit seinerzeit rd. 1.200 beschäftigten) oder Siemens und Siemens VDO, die (inzwischen im benachbarten Aßlar ansässige) Arthur Pfeiffer Vakuumtechnik (u.a. mit einem geänderten Kreiselkompass, durch den eine Nutzung in Raketen, diese kontrolliert steuerbar und damit die Raumfahrt erst möglich wurden) oder die Sancura BKK, eine überregionale Krankenversicherung. Der Gewerbepark Spilburg, eine ehemalige Kaserne, ist für eine Reihe innovativer Unternehmen, vor allem aus den Bereichen Optik/Feinmechanik, Informationstechnologie und Dienstleistungen, ein überwiegend positiv bewerteter Standort geworden. Außerdem sind für die Ansiedlung weiterer, neuer Gewerbe verkehrstechnisch gut erschlossene Gebiete im Westend sowie das Hörnsheimer Eck und das Dillfeld vorhanden
Quelle: www.wikipedia.de
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